Schmuckbild: Vier Jugendliche sitzen draußen auf einer Mauer und halten ihre mobilen Endgeräte in der Hand

Initiative „Leistung macht Schule“

Ziel der Bildungspolitik sind bestmögliche Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler – und zwar unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrem sozialen Status. Das gilt auch für besonders leistungsstarke Kinder und Jugendliche und solche mit bisher unentdeckten Stärken. Mit der gemeinsamen Initiative „Leistung macht Schule“ optimieren Bund und Länder ihre Förderung bundesweit.

Die Initiative „Leistung macht Schule“ folgt dem Leitgedanken, Stärken aller Schülerinnen und Schüler im Regelunterricht zu erkennen und ihnen eine Lernentwicklung zu ermöglichen, die ihren Potenzialen angemessen ist. Diese Förderung ist sowohl für den Einzelnen als auch für die Gesellschaft von großer Bedeutung. Denn: Internationale Bildungsvergleichsstudien wie PISA oder TIMSS zeigen, dass in Deutschland vergleichsweise wenige Kinder und Jugendliche Spitzenleistungen erzielen. Die Grundlagen für „Leistung macht Schule“ wurden im November 2016 mit einem gemeinsamen Beschluss von Bund und Ländern (pdf, 252 KB) gelegt.

Veränderungen im Bildungsbereich und Verbesserungen in den Leistungen von Schülerin­nen und Schülern benötigen Zeit. Die Initiative ist daher auf 10 Jahre angelegt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Länder finanzieren sie zu gleichen Teilen mit insgesamt 125 Millionen Euro. In der ersten fünfjährigen Phase nehmen bundesweit 300 Schulen verschiedener Schulformen aus dem Primar- und Sekundarbereich teil. Sie wurden von den Ländern in einem mehrstufigen Auswahlprozess sorgfältig ausgewählt und werden von ihnen vor Ort betreut.

Das BMBF trägt zu einem breit angelegten Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozess dieser 300 Schulen bei, indem es einen interdisziplinären Forschungsverbund mit 16 beteiligten Universitäten fördert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erarbeiten gemeinsam mit den Schulen Konzepte und Strategien, mit denen Lehrkräfte ihren Unterricht so ausrichten können, dass sie die Potenziale ihrer Schülerinnen und Schüler früher entdecken und gezielter im Regelunterricht fördern können (siehe Kernmodul 2). Um das zu erreichen, sollte Leistungsbereitschaft an Schulen Leitbild sein. Mit Unterstützung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln Schulen daher gleichzeitig Schritt für Schritt eine leistungsförderliche Schulkultur (siehe Kernmodul 1).

Kern der zweiten Phase der Initiative ist der Transfer der Ergebnisse: Dazu werden zunächst erfolgversprechende Konzepte, Strategien und Lehrmaterialien von einem weiteren Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf ihre Wirksamkeit überprüft und noch mehr Schulen bundesweit zur Verfügung gestellt. Die Schulen, die sich an der ersten Phase der Initiative beteiligt haben, sind dabei Multiplikatoren für andere Schulen.

Portrait Anja Karliczek

Bundes-regierung / Steffen Kugler

„Wir wollen erreichen, dass junge Menschen ihre Talente entfalten können – unabhängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrem sozialen Status. Das gelingt am besten, wenn sie in der Schule auch individuell gefördert werden. Internationale Studien zeigen, dass leistungsstarke Schülerinnen und Schüler in Deutschland ihre Potenziale noch nicht voll ausschöpfen können. Deshalb unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Initiative 'Leistung macht Schule': Sie trägt dazu bei, dass Lehrkräfte talentierte Kinder und Jugendliche frühzeitig erkennen und gezielter fördern können. Von der praxisnahen Forschung an zunächst 300 Schulen sollen deutschlandweite Impulse für eine leistungsfördernde Schul- und Unterrichtsentwicklung ausgehen. So stärken wir den Bildungsstandort Deutschland.“

Anja Karliczek, MdB
Bundesministerin für Bildung und Forschung

Portrait Alexander Lorz

HKM / Manjit Jari 2

„Gute Bildungspolitik hat alle Schülerinnen und Schüler im Blick. Auch die Leistungsstarken brauchen Unterstützung, denn Begabungen und besondere Fähigkeiten bedürfen einer gezielten und adäquaten Förderung, um sich voll entfalten zu können. Alle Kinder haben Stärken, auch wenn sie sich ihrer noch nicht bewusst sind oder diese noch nicht gezeigt haben.
Für mich gehört zur Bildungsgerechtigkeit in einer zunehmend heterogenen Gesellschaft, Talente und Potenziale auch dort zu erkennen, wo man sie nicht auf den ersten Blick vermutet. Eine begabungs­gerechte Förderung umfasst dabei die gesamte Lernbiografie eines Kindes.
Die gemeinsame Initiative von Bund und Ländern „Leistung macht Schule“ fördert diese von uns gewollte Individualisierung des Unterrichts, u.a. indem sie sich schulformübergreifend auf den Primar- und Sekundarbereich I bezieht und den Blick auf die Gestaltung der Übergänge lenkt.
Gerade in der Langfristigkeit der auf 10 Jahre angelegten und auf einen Ergebnistransfer ausgerichteten Bund-Länder-Initiative liegen viele Chancen, an denen die 300 Schulen und der Forschungsverbund gemeinsam intensiv arbeiten.“

Prof. Dr. R. Alexander Lorz
Präsident der Kultusministerkonferenz 2019
Staatsminister 

Portrait Gabriele Weigand

Stefan Held

„Die enge Kooperation von Schulen und Wissenschaft im Entwicklungs- und Forschungsprojekt 'Leistung macht Schule' bringt deutschlandweit einen Schub in die Schul- und Unterrichtsentwicklung und sie trägt zur Weiterprofessionalisierung der Lehrkräfte bei. Das Ziel des Projekts ist die Verbesserung der Potenzial- und Leistungsförderung aller Kinder und Jugendlichen, mit einem besonderen Fokus auf die leistungsstarken. Das ist Kernaufgabe jeder Schule und auch eine Frage der Bildungsgerechtigkeit - über strukturelle, regionale und Ländergrenzen hinweg."

Prof. Dr. Gabriele Weigand
Koordinatorin des Forschungsverbundes LemaS