Veranstaltungsteilnehmerin liest Broschüre Leistung macht Schule

Weltweit einzigartige Initiative „Leistung macht Schule“ trifft sich zur Jahrestagung in Karlsruhe

Vom 19. bis zum 21. September 2019 trafen sich alle Beteiligten der Initiative auf der Jahrestagung in Karlsruhe und tauschten sich über ihre Projekterfahrungen und bisherigen Arbeitsergebnisse aus.

Gruppenbild der Tagung

v.l. Prof. Simone Seitz, Prof. Heidrun Stöger, Prof. Christian Fischer, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, Prof. Gabriele Weigand, Prof. Hans Anand Pant.

Fotografenfamilie Eidens-Holl

Nach einem Jahr intensiver Projektarbeit kamen sie nun alle wieder zusammen: Rund 750 Teilnehmende aus Schulpraxis, Wissenschaft und Bildungspolitik haben an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe unter dem Motto „Leistung – Begabung – Schulentwicklung“ auf ihre gemeinsame Entwicklungsarbeit zurückgeblickt und ihre Fortschritte vorgestellt.

Gleich zur Eröffnung betonte die Leiterin des LemaS-Forschungsverbundes, Professorin Gabriele Weigand, wie einzigartig „Leistung macht Schule“ weltweit ist. „Diese Initiative gibt uns die Chance, Schule neu zu denken und tatsächlich neu zu gestalten. Das gelingt durch den intensiven Dialog zwischen Wissenschaft und Schulpraxis. Hier ziehen 16 Hochschulen, die 300 Schulen und die Bildungspolitik an einem Strang.“

Ministerin Karliczek im Gespräch

Bundesbildungsministerin Karliczek in Diskussion mit KMK-Präsident Prof. Lorz und LemaS-Verbundkoordinatorin Prof. Weigand

Fotografenfamilie Eidens-Holl

Der zukunftsweisende Charakter der Initiative bestimmte auch das hochrangig besetzte Podiumsgespräch: So erklärte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek: „Jeder junge Mensch sollte seine Talente optimal entfalten können. Wir wollen die Stärken von Schülerinnen und Schülern möglichst früh entdecken, um sie bestmöglich zu fördern und so auf eine gute Zukunft vorzubereiten.“ KMK -Präsident Professor Ralph Alexander Lorz unterstrich die besondere Innovationskraft der Initiative, die im Sinne der Schülerinnen und Schüler genutzt würde.

Den Teilnehmenden bot die Arbeitstagung neben einem vielfältigen Programm aus wissenschaftlichen Impulsen in Workshops und Vorträgen vor allem die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen und auszutauschen. Besonders wichtig dafür waren die Teilprojekttreffen, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Schulen an den bisher entwickelten Strategien, Konzepten und Instrumenten weitergearbeitet haben.

Professor Johannes Mayer von der Universität Leipzig hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit den Lehrkräften seiner Projektschulen im Deutschunterricht Materialen und Methoden für literarische Gespräche in der Grundschule erprobt. Sie sollen den Kindern einen besseren Zugang zur Literatur ermöglichen und alle Schülerinnen und Schüler ihren Potenzialen entsprechend in das Gespräch einbeziehen. Als Arbeitsinstrument nutzten die Lehrkräfte in Abstimmung mit Professor Mayer Videographien, mit denen die Erprobung neuer Methoden im Unterricht dokumentiert und im Nachgang ausgewertet werden können. Beim Projekttreffen stießen die ersten Videoaufnahmen auf großes Interesse und führten zu einem intensiven und spannenden inhaltlichen Austausch über diese neuen didaktischen Ansätze im Deutschunterricht.

Bei den Naturwissenschaften stellte Professor Ralf Benölken von der Universität Wuppertal Mathematische Entdeckertage vor. An diesen, von den Schulen gestalteten Projekttagen, können sich mathematisch interessierte Kinder und Jugendliche ausprobieren und Mathematik in ganz alltäglichen Lebenssituationen erfahren. Die am Projekt beteiligten Lehrkräfte entwickelten gemeinsam mit Professor Benölken viele kreative Ideen zur Umsetzung: Symmetrische Muster lassen sich zum Beispiel bei nahezu jedem Spaziergang in der direkten Umgebung von Schulen entdecken und ein Dreisatz kann sogar beim Kuchenbacken helfen.

Zum Abschluss der Jahrestagung kommentierten vier aus Schule und Forschung bestehende Tandems in Kurzvorträgen ihre gemeinsame Arbeit für „Leistung macht Schule“. Dabei war eine große Freude über die positive Wirkung der bisher unternommenen Schritte zu spüren und viel Lust auf mehr!

Stimmen zur LemaS-Jahrestagung 2019

„Bei Leistung macht Schule beschäftigen wir uns mit Mentoring-Ansätzen (Teilprojekt 21), sind aber hauptsächlich in der Leitbildentwicklung unterwegs. Wir haben bei unseren Teilprojekttreffen tolle inhaltliche Impulse zu beiden Themen bekommen. Außerdem war für uns ganz wichtig, uns mit anderen Schulen kurzzuschließen und auszutauschen. Eine Tagung, bei der alle LemaS-Schulen an einem Ort versammelt sind, ist dafür natürlich die ideale Gelegenheit. Wir hoffen, mit den anderen Schulen auch über die Tagung hinaus in Kontakt zu bleiben.“

Klaus Pfeil, Rektor der Realschule Güglingen

„Bei der Jahrestagung hier in Karlsruhe habe ich ganz viel mitgenommen: neue Impulse aus der Wissenschaft, aber auch aus den Schulen, neue Einsichten und neue Kontakte. Neben der großartigen Stimmung, hat mir besonders auch gefallen, dass Begabungsförderung ein wirksamer Treiber für die Schulentwicklung ist – und zwar für alle Schulen. Begabungsförderung ist Schulentwicklung, Begabungsförderung ist Unterrichtsentwicklung und auch umgekehrt. Das ist für mich vergleichbar mit einer Formel, wie in der Physik.“

Michaela Rastede, Vernetzungsstelle Begabungsförderung Bremen, Landesinstitut für Schule

„Mitgenommen habe ich, dass der Austausch zwischen den Lehrkräften und unserem Team sehr wichtig ist, um die gemeinsame Arbeit an den entwickelten Instrumenten bestmöglich fortzuführen. Sehr fruchtbar war auch die Vernetzung mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Teilprojekten: Was macht ihr gerade? Wo steht ihr? Wie begegnet ihr Herausforderungen in der Umsetzung? Gemeinsam können wir von den Erfahrungen aller profitieren und Synergieeffekte optimal nutzen.“

Dr. Claudia Hildebrandt, Leiterin des Teilprojekts Informatik, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg