„Leistung macht Schule“ bereitet sich auf den Wissenstransfer vor: Erkenntnisse von einzelnen Schulen für alle nutzbar machen

Bund und Länder haben vereinbart, dass in der zweiten Phase von „Leistung macht Schule“ Schulen ihre bisherigen Arbeitsergebnisse aus der gemeinsamen Arbeit mit dem Forschungsverbund LemaS in Netzwerken an weitere Schulen transferieren und nachhaltig verankern werden.

Lehrerin und Schüler diskutieren über Windenergie

AdobeStock / Viacheslav Iakobchuk

Schule und Unterricht in Deutschland grundsätzlich und langfristig zu verändern, um leistungsstarke und potenziell besonders leistungsfähige Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern – das ist das Ziel von „Leistung macht Schule“, der gemeinsamen Initiative von Bund und Ländern. Veränderungen im Bildungsbereich benötigen jedoch vor allem eines: Zeit. Deshalb wurde die Initiative auf insgesamt zehn Jahre angelegt und in zwei Phasen unterteilt. Die erste Phase startete im Januar 2018. 300 Schulen und 16 Hochschulen aus ganz Deutschland arbeiten eng zusammen, um die Talente und Potenziale von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu entdecken und gezielt zu fördern. Dazu entwickeln sie gemeinsam Strategien, Konzepte und Maßnahmen, die wissenschaftlich fundiert sind und in der Schulpraxiserprobt werden. Die Rückmeldungen aus der kontinuierlichen Erprobung werden genutzt, um die Strategien, Konzepte und Maßnahmen immer weiter zu verbessern und an die Anforderungen der Schulen anzupassen.

In der zweiten Phase sollen die wissenschaftlich fundierten und in der Schulpraxis erprobten Strategien, Konzepte und Maßnahmen auch Schulen zur Verfügung gestellt werden, die bislang noch nicht an der Initiative beteiligt waren – und das bundesweit. Wie genau das gebündelte Wissen transferiert werden kann, darauf haben sich Bund und Länder nach intensiven Beratungen im Juni 2020 verständigt:

So soll der Transfer ablaufen

Eine zentrale Rolle spielen die Schulen, denn nur wer die Erfahrungen – mit allen dabei zu überwindenden Hürden – tatsächlich selbst gemacht hat, kann das errungene Wissen praxisnah und überzeugend weitergeben. Deshalb werden die 300 an der Initiative beteiligten Schulen zu so genannten Multiplikatorschulen: Sie werden ihr in der ersten Phase gesammeltes Wissen in Netzwerken bündeln und dort an bisher nicht beteiligte Schulen weitergeben. Bundesweit sind bis zu 100 solcher Schulnetzwerke geplant. Die einzelnen Netzwerke ermöglichen es den Schulen, sich individuell auszutauschen und das Erfahrungswissen aus der ersten Phase ganz gezielt auf die jeweiligen schulischen Kontexte zu übertragen. In jedem Schulnetzwerk werden mindestens eine erfahrene Multiplikatorschule und bis zu zehn neue Schulen aktiv sein. Die Netzwerke werden von einer Wissenschaftlergruppe bei der Gestaltung der Transferprozesse aktiv unterstützt.

Die Schulnetzwerke können bei ihrer Arbeit auf eine umfangreiche Online-Datenbank zurückgreifen: Darin werden ausgewählte Materialien, Konzepte und Maßnahmen, wie zum Beispiel Förderkonzepte, binnendifferenzierende Unterrichtsmaterialien oder Diagnoseinstrumente aus der ersten Phase der Initiative gesammelt. Diese wurden von Schulen, Wissenschaft und Ländern erarbeitet und sind allesamt praxiserprobt.

Diese Inhalte werden über die Schulnetzwerke transportiert

Die Themen orientieren sich an den Arbeitsschwerpunkten der ersten Phase der Initiative. Es geht um Erkenntnisse

  • zur leistungsfördernden Schul- und Unterrichtsentwicklung,
  • zur Diagnose von (potenziell) Leistungsstarken und zur Beratung für Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler sowie
  • zu außerunterrichtlichen Strategien, Konzepten und Maßnahmen, die leistungsstarke und potenziell leistungsstarke Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung unterstützen.

Jedes Schulnetzwerk wird, je nach seinem Arbeitsschwerpunkt innerhalb der Initiative, Erkenntnisse zu einigen dieser Themen vertiefen und weitergeben.

Eine Forschergruppe begleitet und unterstützt die Schulnetzwerke bei ihrer Arbeit

Die Schulnetzwerke werden bei ihrer Transferarbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Landesinstituten bzw Qualitätseinrichtungen der Länder aktiv unterstützt. Mit gezielten Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie mithilfe bedarfsorientierter, individueller Beratungen werden die Multiplikatorschulen darauf vorbereitet, ihre Erkenntnisse in den einzelnen Schulnetzwerken bestmöglich zu vermitteln. Bundesweit angebotene Vernetzungsformate ermöglichen den Multiplikatorschulen den Blick über den eigenen Tellerrand und einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn.

Mit diesem Plan geht „Leistung macht Schule“ den nächsten Schritt auf dem Weg, Schule und Unterricht in ganz Deutschland zu verändern.